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Wie werde ich glücklich #1


Fast jeder hat sich schonmal über das Thema Glück Gedanken gemacht. Es eint jeden Menschen, dass sein höchstes Ziel die Glücksgewinnung, bzw. Unglücksvermeidung, ist. Der Psychologe Sigmund Freud beschreibt sechs Methoden der Menschheit, die regelmäßig genutzt werden, um Glück zu erzeugen. Ich stelle heute die erste dar.

1.) Die Intoxikation: oder einfacher gesagt, Drogen nehmen. Es existieren natürlich einige Klugheitsüberlegungen keine Glückspillen oder -spritzen zu nehmen: z.B. sind viele  schädlich für die Gesundheit und neben Alkohol und Zigaretten sind die meisten Drogen illegal oder verschreibunspflichtig. Aber gibt es auch ehtische Gründe keine Rauschmittel zu nehmen ? Ich frage das deswegen, weil viele Denker davon ausgehen, dass Glück nicht gleichzusetzen mit reiner Lust ist, sondern auch mit Verantwortung, Pflicht, Gewissen und Moral zusammenhängt, sprich: ein glückliches Leben ist gleichzeitig ein moralisch gutes Leben. Vielleicht sind wir es ja uns und unseren Mitmenschen schuldig unser Potenzial auf diese Welt zu konzentrieren und nicht in eine Scheinwelt zu fliehen. Freud zumindest bezeichnet diese Methode der Unlustbetäubung als sehr wirksam, aber auch als roh. Er meint, dass somit zu große Energiemengen nutzlos verloren gehen. Aber ist es wirklich nutzlos, wenn man dadruch wirklich glücklich wird ?

Ein anderer Einsatz von Drogen ist sie als Mittel der Leistungssteigerung zu nutzen. Hierbei erfüllen sie nicht direkt ein Glücksgefühl, sondern stehen in einer Reihe von Mitteln, um das letzte Ziel Glück zu erreichen. Z.B., wenn das persönliche Glück im sportlichen, schulischen oder beruflichen Erfolg liegt und man Doping, bzw. Aufputschmittel verwendet, um effektiver zu werden. Freud hat sich hierzu natürlich noch nicht geäußert, aber wie sieht hier die ethische Verantwortung aus ? Gelten hier etwa die Gesetze der Fairness und Gerechtigkeit ? Aber wo liegen hier die Grenzen, ist ein Kaffee am morgen nicht auch schon Doping ?

Ich bin sehr auf eure Anregungen, Meinungen und Ideen gespannt.

18.2.15 18:49, kommentieren

Der Mythos des Sisyphos oder wie werde ich glücklich in einer sinnlosen Welt ?


Viele Leute stehen heutzutage vor dem Problem, dass sie nicht mehr an Gott glauben, aber trotzdem auf Sinnsuche sind. Der Philosoph Albert Camus stellt fest, dass diese Welt für uns keinen Sinn hat, aber wir als Menschen natürlicherweise auf Sinnsuche sind. Die Gegenüberstellung dieser beiden, nennt er absurd. Es ist absurd zu fragen, was ist der Sinn des Lebens, was ist mein Sinn, wenn die Welt keine Antworten auf diese Frage hat. Viele Menschen stürzt das in eine tiefe Krise. Aber wie soll man damit umgehen ? Wie soll man glücklich werden bei so einer frustrierenden, fast schon kränkenden Einsicht? Camus bemüht sich um eine Antwort, indem er die Geschichte des Sisyphos neu erzählt und interpretiert.
Sisyphos, der ein König zu Lebzeiten war, betrügt die Götter und muss als Strafe in der Unterwelt eine der schrecklichsten,langweiligsten und sinnlosesten Aufgaben bewältigen. Er steht am Fuße eines Felsens und muss einen riesigen und schweren Stein den steilen Hang hinaufrollen. Immer wenn er fast schon oben angekommen ist und diese Aufgabe bewältigt zu sein scheint, rollt der Stein aber wieder hinunter und Sisyphos muss alles von vorne beginnen.
Fühlt ihr euch manchmal auch so , dass jeder Tag wie die sinnlose Wiederholung des Vorherigen scheint: Man steht auf, geht auf Klo, putzt sich die Zähne, geht zur Arbeit/Schule, kommt nach Hause, guckt Fernsehen und geht ins Bett. Aber wofür ? Ist das GLÜCK?
Camus gibt eine einfache Antwort: JA! Sisyphos ist ein glücklicher Mann. Aber warum ? Zunächst hat Sisyphos bestimmte Eigenschaften, die wichtig sind in seiner Situation:
1.) Er ist Lebensbejahend. In vielen Erzählungen betrügt er den Gott des Todes, um noch länger leben zu können. Er klammert sich an sein Leben und liebt nichts mehr.
2.) Er verachtet die Götter. Diese zwingen ihm ein Schicksal auf, das er nicht selbst gewählt hat. Durch seinen Betrug macht er sich von ihnen frei.
3.) Er bekommt eine Aufgabe, die im höchsten Maße sinnlos ist. Er müht sich jeden Tag ab, aber er erreicht scheinbar nichts.
Diese Charakteristiken machen ihn zum Helden des Absurden.
Aber im Gegensatz zu vielen anderen Menschen weiß er um seine Situation bescheid. In der Zeit, in der er den Hang hinunter geht, um den Stein zu holen - und diese Zeit kommt genau so häufig wie seine Qualen- macht er sich bewusst, wer er ist und was er tut. Er erkennt sich. " Die niederschmetternsten Wahrheiten verlieren an Gewicht, sobald sie erkannt werden" - so Camus. Weiterhein nimmt er es auch an, er akzeptiert seinen Weg. Sein Stein gehört ihm und nur ihm. Auch wenn er ihm aufgezwungen wurde, ist es seine Sache. Er nimmt sein Schicksal, im wahrsten Sinne, selbst in die Hand.
Was Camus damit sagen möchte ist: Lasst euch von dem Stein und dem Gipfel nicht bezwingen. Alleine das mühsame Besteigen, die harte Arbeit kann ein Menschenherz erfüllen. Wir können uns trotz oder vielleicht mit der Sinnlosigkeit in unserem Leben, trotz oder mit dieser tiefen Absurdität/Unmöglichkeit selbst verwirklichen und wirklich frei sein. Die Annerkennung des Absurden in unserer Welt lässt uns erkennen, welches Potenzial in uns schlummert: Wir sind unser Glückes eigener Schmied. Es liegt an uns uns jeden Tag neu zu entfalten, auch durch Kleinigkeiten. Überrascht euch selber! Das seit ihr euch schuldig. Genießt den Stein, euren Stein! und probiert neue Wege ihn hinaufzurollen. Revoltiert gegen die Sinnlosigkeit, indem ihr selbst Sinn schafft und das mehrmals an jedem Tag!
Interessiert ihr euch für die Themen Glück, Religion und Freiheit? Schreibt mir doch einfach Auch eure Meinung zu Sisyphos würde mich sehr interessieren? Seht ihr euer Leben als sinnlos oder schafft ihr euch selbst euren Sinn? und wie ?
beste Grüße Marcel

3 Kommentare 18.2.15 09:18, kommentieren